Der Erste - Hilfe - Pack

 

Das sollte jeder Vogelfreund immer im Haus haben !

 

Einwegspritzen  20ml oder größer ( aus der Apotheke )

Tatar oder Rinderhack  dünn eingefroren wie Kaugummistreifen

Beoperlen oder Weichfutter in einem Schraubglas wg. Haltbarkeit

Mehlwürmer getrocknet im Schraubglas

Einfaches Sonnenblumenöl

Paniermehl , Zucker oder Honig

kleine Glasscheibe oder Taschenspiegel

Rasierklinge

und natürlich einen kleinen Käfig  den natürlich nicht im Keller

                                                  mit min. 3 Stangen , einer

                                                  Wasser und Futterstange

Antibiotika  Für den absuluten Notfall  

Ernstfall

Tatar aus dem Gefrierschrank nehmen und auf die Glasscheibe

In die Spritze lauwarmes Wasser aufziehen .

Beoperlen oder Weichfutter auf die Glasscheibe

Ein paar Tropfen Wasser aus der Spritze auf beides

Mit Rasierklinge einen ganz feinen Brei machen

Wenn zu flüssig ein paar Körner vom Paniermehl dazu

Brei in die Spritze ziehen evtl. noch 1 Minute in der Hand wärmen

 

Immer von oben etwas über dem Schnabel mit der Spritze

zum Vogel kommen . Wenn das nicht geht einen Tropfen aus der

Spritze drücken und rechts und links am Schnabel anbieten .

Zur Not zuerst aus der Spritze nur handwarmes Wasser mit

einer Messerspitze Zucker oder Honig geben ( auf 10ml ) .

 

Einfacher Trick zur Handfütterung

Natürlich gibt es viele Vögel die viel zu schwach sind oder gar nicht

mehr essen wollen . Kleiner Tip , Vogel in beide Hände nehmen

und ein paar Sekunden den Vogel so halten . Schauen das die linke

Hand oben ist . Der Kopf sollte zwischen Daumen und Zeigefiner der 

linken Hand sein . So , langsam die Hände drehen bis der Vogel auf

dem Rücken in der linken Hand liegt . Der Vogel fällt in eine Starre . 

Die Hand nun schließen und ganz langsam den Vogel in der Hand

wieder in eine normale Stellung bringen . Und schon ist plötzlich

wieder Leben drin . Wenn es geht sofort Futter anbieten da der

Vogel sich jetzt wehrt . Die Vögel merken sehr schnell das die

Spritze nicht böse ist , sondern Futter bedeutet . Keine Angst vor 

dieser Methode , die Hand ist sensibler als man denkt und der Vogel

hat viel mehr Angst .

 

Bei den getrockneten Mehlwürmer diese in Wasser oder in ÖL weichen.

Dauert im Ernstfall aber zu lang . Kann man bei der nächsten

Fütterung machen . Sonst so handeln , auf die Glasscheibe und dann

nur auf die Beoperlen oder Weichfutter ein paar Tropfen Wassser .

Einfach wieder den Brei machen .

Das geht bei fast allen Vögeln . Bei Finken evtl. Sonnenblumenkerne

in einer alten Kaffeemühle zu Mehl mahlen . Aber auch mit Beoperlen

oder Weichfutter einen Brei machen .

 

Achtung !!!

Amseln nie Regenwürmer geben !

20 Prozent aller Regenwürmer sind GIFTIG !

Die vertragen die Tatarmischung und wenn sie selbst Essen können

Weichfutter , Rosinen und Obst .

 

Auswilderung

 

Schon nach der ersten Fütterung daran denken . Wohin mit

dem Vogel ? Der Vogel sollte hell stehen aber nicht an einem

Fenster . Und wenn es geht sollte er nur bei der Fütterung

einen  Menschen sehen . Wie oft füttern ? Man sollte in der

ersten Zeit etwa jede Stunde Futter aus der Spritze anbieten .

Nach Sonnenuntergang und Einbruch der Dunkelheit noch

einmal füttern . Den Käfig mit einer nicht zu dunklen Decke

abdecken . Unten offen lassen . Jetzt kommt das Problem für

Langschläfer , Sonne ist noch nicht aufgegangen aber der

Vogel hat Hunger . Je nach Alter und Gesundheit des Vogels

nach 2-3 Tagen in den Käfig eine Wasserstange und eine

Futterstange hängen . Kann man natürlich auch sofort machen .

Was macht man in die Futterstange rein ? Weichfutter

( für Rotkelchen optimal ) sonst fast zu Mehl gemahlenen Erdnüsse

oder Sonnenblumenkerne . Da alle Vögel von Haus aus neugierig

sind beobachten ob da was fehlt . Auf den Käfigboden auch

abgezählte Sonnenblumenkerne legen . Sobald der Vogel keine

Spritze mehr will und selber essen kann gehackte Erdnüsse und

Sonnenblumenkerne in einer kleine Schale auf den Käfigboden

stellen . Wie soll es aber nun weitergehen ? Der Mensch der eine

Ganzjahresfütterung macht hat natürlich einen großen Vorteil .

Fingerspitzengefühl ist jetzt gefragt . Der Vogel sollte jetzt die

Möglichkeit bekommen aus einem Fenster die Futterstelle zu sehen .

Jetzt genau hinschauen . Der Vogel dreht am Fenster durch . Egal ,

springt der Vogel von Stange zu Stange oder fliegt er ? Wenn er fliegt

prima , wenn nicht warten . Das Spielchen mit dem Fenster mit

dem Blick auf eine Futterstelle noch ein paar Tage und immer länger

wiederholen  . Tip , am Anfang 10 - 20 Minuten und dann die

nächsten Tagen solang der Vogel nicht total durchdreht , der Mensch

sollte für den Vogel Unsichtbar sein ! Sollte der Vogel sich das Treiben

an der Futterstelle ganz in Ruhe anschauen , stehen lassen . So , der

Tag der Tage . Genau an diesem Fenster die Käfigtüre aufmachen

und Schöö sagen . Wer keine Futterstelle hat zur Not auf Balkon oder

im Garten früh genug eine türken und hoffen das dort Vögel kommen .

Zeiten , wann ? Durch die Beobachtungen an meinen Futterstellen

kann man sagen : Vögel fliegen den Eltern hinterher und werden dann

im Baum davor gefüttert . Das sind etwa 3-5 Tage . Dann kommen die

ersten Versuche selbst zu Essen . Das klappt meist nach 3 Tagen sehr

gut . Also , wenn der Vogel selbst über 6-9 Tage selber Essen kann und

auch flugfähig ist und eine Futterstelle kennt kann er raus in die

Freiheit . Ist echt schwer diesen Punkt zu treffen aber es ist nicht

Unmöglich . Man lernt . Ich hab die alle nicht gezählt und auch nie ein

Foto gemacht . Fehlschläge gibt es immer , aber man hat versucht zu

helfen . Nur wo man sieht das eine Auswilderung keinen Sinn macht hat

man ein Problem . Davon hatte ich nur drei . Amsel , extrem jung , war

nach ein paar Tagen total handzahm . Wollte auch nicht mehr

fliegen . Ist bei mir fast 14 Jahre alt geworden . Tannenmeise ,

total ausgetrocknet und auch sehr jung . Schädigung war zu stark,

fliegen ging gar nicht . Ist bei mir über 7 Jahre alt geworden . Die

Amsel und die Meise waren echte Freunde . Und die Amsel hat nach

dem Ableben der Meise viele Tage getrauert ! So etwas glaubt man

nicht wenn man das nicht mit den eignen Augen gesehen hat .

Blaumeise , hatte sich den Flügel aufgespiest . Hängender Flügel ,

Flugversuche in einen Raum von etwa 30 qm , halbe Runde und

Absturz . Nach etwa 8 Monaten war der Flügel total ausgeheilt .

Nur da wird eine Auswilderung total sinnlos . Sie wird also

hoffentlich  bei mir noch ein schönes und langes Leben haben .

Nachzulesen im täglichen Tagebuch von Hasi .

Tip :

Sollte eine Meise oder andere Vögel bis an ihr Lebensende bei

den Menschen leben und bleiben muß man ein Auge auf die

Krallen richten . In die Hand nehmen und die Krallen schneiden

ist auf Dauer nicht gut . Leider werden Stangen mit Sandpapier

im Handel nicht mehr angeboten . Also selbermachen ! Eine

Halbstange kostet ein paar Cent . Und die einfach mit zwei

Lagen mit Sandpapier mit erst mal kleiner Körnung bekleben .

So sollte es ausschauen . Wird in der ersten Zeit nicht oft 

vom Vogel benutzt , gibt sich aber . Erfolg stellt sich aber nach

einiger Zeit ein und erspart dem Vogel das in die Hand nehmen .

 

Antibiotikagabe bei Wildvögel

Nur Dosierung ist ein Problem . Und wer hat das schon  im Haus .

Die Krankheit bei den Grünfinken ist mit Antibiotika heilbar . Scheinbar

ist diese Krankheit nun auch bei Meisen zu beobachten .

Symptome : Aufgeplustert , Hyperaktiv , merkwürdige Panik

                 Durchfall und extremer Hunger .

Diese Vögel sind in der Endphase der Krankheit sehr Zutraulich .

Zeigen keinerlei Angst und Fluchtverhalten . Sie lassen sich

Problemlos greifen . Dann ist es meist zu spät . Aber ein Versuch

ist es auf jeden Fall wert dieses Leben zu retten .

Nur die Verabreichung von Antibiotika und die Dosierung ist ein

ganz großes Problem . Tierärzten fällt zu diesem Thema leider

auch nicht viel ein . Für Menschen gibt es diese Wochenpackung .

Von den sieben braucht man erst einmal nur eine Tablette .

Die zuerst in der Mitte teilen , mit einer Schere oder einem

Messer . Dann eine etwa ein Millimeter dicke Scheibe davon

abschneiden . Geht mit einer Rasierklinge ganz gut . Das in

diesen Tabletten meist sehr viel Laktose drin ist muß man

leider in Kauf nehmen . Beipackzettel lesen . Manche sind

auch ohne ! Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten . Eine ist das

Antibiotikum in einer halben Wasserstange auflösen . Dazu

eine Messerspitze normalen Haushaltszucker oder Honig

dazu geben . Damit kann man den nicht sehr guten

Geschmack den der Vogel sofort ablehnen würde verbessern .

Das sollte man aber nur machen wenn noch reichlich Leben

im Vogel drin ist .Keine Angst , die Wildvögel finden sofort

das Futterangebot und auch das Wasser im Käfig . Bei Vögeln

wo nicht mehr sehr viel Leben drin ist , kann sich nur schwer

auf einer Stange halten und zeigt Panik , in die Hand nehmen .

Dosierung gleich , auch mit Zucker oder Honig , nur das in

eine 10 ml Spritze aufziehen . Je nach Ernährungszustand 

sollte man etwas Erdnussmehl dazu geben So jetzt den

Vogel auf den Rückem in die Hand legen . Als würde man

einen Ästling füttern . Der Reflex , Spritze rechts , Spritze

links usw . am Schnabel ist recht schnell vorhanden . Und dann

vorsichtig rein damit . Natürlich nicht alles . Soviel wie geht

das erste mal . Dann in etwa zwei bis drei Stunden nochmal .

Der Inhalt der Spritze sollte Handwarm sein . Warten , und

beobachten . Schlägt das Antibiotikum an oder nicht . Je nach

Tageszeit noch einmal versuchen . Den Vogel nicht ganz allein

lassen . Bei dem Krankheitsbild hat der Vogel keinerlei Angst .

In der Nacht halb abdecken und für etwas Licht sorgen . Also

keine Vorhänge zuziehen . Wenn am Morgen der Vogel noch

lebt eine neue Spritze fertig machen . Und dann wie beschrieben

am Morgen wieder mindesten zwei mal eine Antibiotikagabe .

Warten . Beobachten . Sollte eine Besserung zu sehen sein

trotzdem in den nächsten Tagen immer wieder eine Spritze

fertig machen und verabreichen . Der Vogel wird unter Umständen

sich wehren , dann das Trinkwasser wie beschrieben mit

Antibiotikum anreichern . Eine Überdosierung ist natürlich

möglich , schadet aber auch nicht . In Freiheit entlassen erst

nach etwa 8-10 Tagen . Je nach Gesundheitszustand . 

 

Wäre schön wenn es auch andere Vogelfreunde geben würde die

sich dieser Krankheiten annehmen würden und einfach nur helfen !

 

Aber bitte , nicht nur Jungvögeln helfen ! Meist ist es eben

so das man den alten Tieren nur noch ein paar ganz ruhige

und schöne Tage machen kann  ! Und das ist doch auch gut .

 

Also , nur Mut ! Es wird schon klappen !

 

Tips zu Futtergabe im Käfig und an der Futterstelle

 

Amsel : Rosinen , Weichfutter ( von Beaphar oder Claus ) , Obst

Meisen : gehackte Erdnüsse , SB Kerne , Weichfutter , Obst

Finken : SB Kerne , Weichfutter , gehackte Erdnüsse etwas feiner

Rotkelchen : Weichfutter von Claus  ( ist sehr viel Getier drin )

 

Über mehr Vogelarten kann ich leider keine Tips geben .

Die angegebene Zeiten beziehen sich auf Meisen .

Grundsätzlich kann man meine Tips aber für alle Arten nehmen .

 

Stand  Dez. 2017

 

(c) by Vogelcamholthausen